Patienteninformationen

 

Hygiene- und Schutzmaßnahmen gegen Corona-Erkrankungen

 

Bitte sagen Sie Ihren Termin möglichst rechtzeitig ab, wenn Sie

– Symptomen wie Fieber, Husten oder Halskratzen haben

– unter Geschmacks-/Geruchsverlust leiden

– Sie Kontakt mit Personen hatten, die positiv auf Corona (SARS-CoV-2) getestet worden sind

 

Hygieneregeln:

– wir verzichten auf das Händeschütteln

– vor der Therapie/nach Niesen/Husten: gründliches Händewaschen oder -desinfizieren

– die Kontaktflächen werden von uns regelmäßig desinfiziert

 

Im Wartebereich:

– kein unnötiger Aufenthalt im Wartezimmer: Patienten kommen und gehen pünktlich

– möglichst nur eine Begleitperson je Patient– möglichst keine Geschwisterkinder

– Angehörige / Patienten können draußen auf dem Hof auf den bereitgestellten Bänken warten; unbedingt den Sicherheitsabstand von 1,50m einhalten

 

der Weg zur Therapie

Die logopädische Behandlung ist Teil der medizinischen Grundversorgung und kann mit allen gesetzlichen und privaten Kassen abgerechnet werden.

Um diese Therapieleistungen in Anspruch zu nehmen, benötigen Sie eine Verordnung („Rezept für Logopädie“) von Ihrem Arzt:

  • Kinderärzte
  • Hausärzte
  • Hals-Nasen-Ohren-Ärzte/Phoniater
  • Neurologen
  • Zahnärzte/Kieferorthopäden

Sie teilen uns am Telefon oder per Mail Ihre Behandlungsanfrage mit. Damit wir jedem Patienten unsere volle Aufmerksamkeit schenken können, ist während unserer laufenden Behandlungen und bei Heim– oder Hausbesuchen ein Anrufbeantworter geschaltet. Bitte hinterlassen Sie hier unbedingt Ihren Namen und Ihre Telefonnummer – wir rufen sobald wie möglich zurück, um Ihre Anfrage aufzunehmen. Da wir nur feste Termine ohne freie Sprechstunde vergeben, können Sie in der Regel nicht sofort einen Termin bekommen. Wir melden uns telefonisch bei Ihnen, sobald ein Termin frei wird.

Aufgrund des aktuellen Mangels an Logopädinnen kommt es leider zu Wartezeiten.

Nach sorgfältiger Diagnostik bespricht die behandelnde Logopädin mit Ihnen den weiteren Verlauf und die Behandlungsziele. Die Therapiesitzungen finden in der Regel in unseren Praxisräumen statt und dauern je nach Verordnung 30, 45 oder 60 Minuten.

Bei gehbehinderten Patienten führen wir selbstverständlich auch Haus- und Heimbesuche durch, die vom behandelnden Arzt verordnet werden müssen.

Da wir eine „Bestellpraxis“ sind beachten Sie bitte, dass eine Behandlung spätestens 24 Stunden vor dem vereinbarten Termin abgesagt werden muss, sollten sie diesen nicht wahrnehmen können. Dazu sind wir immer über Anrufbeantworter erreichbar.
Wichtig: Es ist nicht möglich, über E-Mail abzusagen!

 

How to get therapy?

There are no native-speaking therapists working in English in our surgery.

But we have a lot of experience with multilingualism in our district and try to find ways to communicate with you.

For speech therapy, you need a referral (“prescription for speech therapy”) from your doctor: 

  • Pediatricians
  • General Practitioners
  • ENT 
  • Phoniatrician
  • Neurologists
  • Dentists /Othodontists

Please call or email if you or your child will need Speach Therapy.  During our treatment times we are unable to answer the telephone, leave a message with your complete name, telephone number and we will get back to you as soon as we can.  Due to high volume of clients you may be put on our wait list.

Appointments are assigned and a fee will be required for assessments.

We can accomodate clients who have  mobility issues with home visits as requested by the perscribing doctor.

Please note that we require a 24 hour notice to cancel pre-arranged appointments.  If you are unable to make the appointment please leave a message at our office, and we will contact you to reschedule another appointment.  We do not respond to cancellations via email. 

Clients who are under 18 years old and are insured under Statutory Health Insurance there will be no cost to the client.  All adult clients will be required to pay 10% of the cost and 10€ per referral.  Depending on your income you may ask your insurance provider if you qualify to be exempt from additional payments.

Kosten

Die Behandlung wird bei gesetzlich versicherten Patienten von Ihrer Krankenkasse bezahlt. Ab dem 18. Lebensjahr besteht eine gesetzliche Zuzahlungspflicht – alle volljährigen Patientinnen und Patienten müssen 10% der Kosten sowie 10 € je Verordnung selbst tragen. Einkommensabhängig besteht ggf. die Möglichkeit, sich bei der zuständigen Krankenkasse von der Zuzahlung befreien zu lassen – fragen Sie bitte bei Ihrer Krankenkasse nach.

Die kindliche Sprachentwicklung

Jedes Kind entwickelt sich individuell. Einige Kinder beginnen bereits mit zehn oder elf Monaten zu sprechen, andere hingegen lassen sich bis zum 18. Monat Zeit. Auch einige Ausspracheauffälligkeiten können auftreten, die das Kind von alleine überwinden kann. Dennoch gibt es Meilensteine, die jedes Kind bis zu einem gewissen Alter erreichen sollte. Wenn die Altersgrenze um drei Monate überschritten sein sollte, wird eine kinderärztliche Untersuchung bzw. eine logopädische Diagnostik und ggf. Therapie empfohlen.

 

LAUTERWERB NACH ANNETTE FOX-BOYER

(vgl. Fox-Boyer, A. 2003. Kindliche Aussprachestörungen. Idstein: Schulz-Kirchner Verlag)

 

Alter (Lebensjahr;Monate)
Erworbene Laute

bis 1;11

m, p, d

bis 2;5

n, b

bis 2;11

w, f, l, t, ng, ch (wie in Buch), h, k, s (wie in Eis)

bis 3;5

j, r, g, pf

bis 3;11

s (wie in Sonne)

bis 4;5

ch (wie in ich)

bis 4;11

sch

 

GRAMMATIKERWERB NACH CLAHSEN

(vgl. Clahsen, H. 1986. Die Profilanalyse. Berlin: Marhold.)

 

PHASE I (BIS 1 1⁄2 JAHRE):

  • EinwortäußerungenPHASE II (1 1⁄2 – 2 JAHRE):
  • Zweiwortsätze, vereinzelt auch Dreiwortsätze
  • Nur Inhaltswörter (Nomen, Verben, Adjektive, Adverbien, Personalpronomen und gelegentlich Demonstrativpronomen)
  • Verben zumeist in der Grundform (Infinitiv), gelegentlich mit der Endung -t
  • Verneinung eines Satzes durch ein vorangestelltes „Nein“

PHASE III (2 – 3 JAHRE):

  • Zweiwortsätze, vereinzelt auch Dreiwortsätze
  • Nur Inhaltswörter (Nomen, Verben, Adjektive, Adverbien, Personalpronomen und gelegentlich Demonstrativpronomen)
  • Verben zumeist in der Grundform (Infinitiv), gelegentlich mit der Endung -t
  • Verneinung eines Satzes durch ein vorangestelltes „Nein“

PHASE IV (3 – 3 1⁄2 JAHRE):

  • Verbstellung in Haupt- und Nebensätzen zumeist korrekt•Subjekt-Verb-Kongruenz besteht
  • Trennbare Verben werden nun aufgeteilt (z.B. „fällt um“)
  • Satzstruktur ist vollständig
  • Vereinzelt Gebrauch von Akkusativ Markierung

PHASE V (AB 3 1⁄2 JAHRE):

  • Komplexe Satzstrukturen, Aussagen werden auf mehrere Teilsätze aufgeteilt
  • Korrekte Bildung W-Fragen und indirekten Fragen
  • Akkusativ wird stabil angewendet (ab 3 1⁄2 Jahren)
  • Dativ wird stabil angewendet (ab 4 1⁄2 Jahren)•Genitiv wird stabil angewendet (ab 6 Jahren)
  • Gebrauch von Passivsätzen erst ab 9 – 10 Jahren

Neuere Studien zeigen, dass sich die Altersgrenzen beim Kasuserwerb verschoben haben:

Akkusativ (3-4 Jahre), Dativ (7 1⁄2 Jahre) und Genitiv (10 Jahre).

(vgl. Motsch, H.-J. 2010. Kontextoptimierung. Evidenzbasierte Intervention bei grammatischen Störungen in Therapie und Unterricht. München: Ernst Reinhardt.)

 

Tipps zur Sprachförderung

 
Elterninformation zum Thema Sprachförderung
Sie haben ein Kind, das noch nicht oder nur sehr wenig spricht?

 

Wahrscheinlich machen Sie gerade die Erfahrung, dass Sie Unterhaltungen zumeist allein bestreiten und/oder dass Ihr Kind kaum oder nur wenig auf Ihre Gesprächsangebote reagiert. Jedes Kind ist anders, und so gibt es Kinder, die das Sprechen scheinbar nicht von alleine lernen – sie brauchen unsere Unterstützung. Wie können Sie nun Ihrem Kind dabei helfen, die Wichtigkeit von Sprache als Mittel zum Zweck zu entdecken?

Das Wichtigste zuerst: Sie sind die Expertin/der Experte für Ihr Kind. Niemand kennt Ihr Kind besser. Sie sind die wichtigste Person im Leben Ihres Kindes und verbringen die meiste Zeit mit ihm. Sprechen lernen findet dabei in den vielen, gemeinsam erlebten Situationen des Alltags statt: beim Spielen, Einkaufen, Anziehen, Baden usw. In diesen alltäglichen Situationen und im gemeinsamen Spiel kann Ihr Kind erfahren, dass es nicht nur Spaß, sondern auch Sinn macht, sich mitzuteilen.

 

Gründe, sich mitzuteilen
Beobachten Sie die Kommunikationsversuche Ihres Kindes!

 

Lange bevor Kinder erste Worte sprechen, fangen sie an sich mitzuteilen. Ob es sich bei Blicken, dem sich Ausstrecken nach etwas oder den Lauten, die ein Kind im Umgang mit Ihnen oder mit Gegenständen von sich gibt, um Botschaften handelt, entscheiden Sie! Forschen Sie ganz bewusst nach allen Äußerungen Ihres Kindes, mögen Sie auch noch so zufällig und nicht an Sie gerichtet erscheinen, und geben Sie ihnen Bedeutung.

 

Ein Beispiel:

Ihr Kind streckt sich nach dem Ball aus, den es nicht allein erreichen kann und macht quengelnde Geräusche. Sie suchen seinen Blick und fragen. „Ball? Den Ball willst du haben?“ Denn dies ist die Botschaft, die Sie hinter seinen Äußerungen vermuten: Ihr Kind möchte den Ball haben. Vielleicht gibt Ihr Kind Ihnen jetzt irgendein Signal, das Ihnen zeigt, dass Sie richtig gelegen haben. Das Quengeln wird für einen kurzen Augenblick unterbrochen, ein kurzer Blick oder ein Lächeln Ihres Kindes. Sagen Sie jetzt, während Sie den Ball geben: „Ja, Ball! Hier ist der Ball“.

 

„Guck mal da!“
Stellen Sie geteilte Aufmerksamkeit her!

 

Jede Unterhaltung braucht einen gemeinsamen Aufmerksamkeitsfokus. Das kann ein gemeinsam wahrgenommener Gegenstand oder eine gemeinsame Handlung sein. Bei kleinen Kindern ist geteilte Aufmerksamkeit meist mit einem „pendelnden“ Blickkontakt verbunden, d.h. der Blick wechselt zwischen dem Gesprächspartner und dem Gegenstand der Unterhaltung hin und her. Besonders gut lässt sich dieser pendelnde Blick in Situationen beobachten, in denen Ihr Kind Hilfe benötigt.

In dem Beispiel mit dem Ball würde ein Kind sich den Ball außerhalb seiner Reichweite anschauen, seinen Blick dann auf Sie richten, um Sie dann mit einem Blick auf den Ball, einer Ausstreckbewegung des Armes und einem quengelnden Geräusch um Hilfe zu bitten. Vielen Kindern mit Schwierigkeiten beim Sprechenlernen fällt es schwer, geteilte Aufmerksamkeit herzustellen. Achten Sie im Umgang mit Ihrem Kind darauf, wo es gerade mit seiner Aufmerksamkeit ist, suchen Sie seinen Blick und nutzen Sie alltägliche Gelegenheiten, um geteilte Aufmerksamkeit zu fördern.

 

Ein Beispiel:

Ihr Kind möchte trinken, Sie gießen nur einen kleinen Schluck in seinen Becher und erwarten dann gespannt seinen Blick, der Ihnen signalisiert, dass es mehr möchte. Stellen Sie sicher, dass Sie sich auf Augenhöhe und ziemlich dicht bei Ihrem Kind befinden, um diesen Blick wahrscheinlicher zu machen. Fragen Sie „mehr?“ und gießen Sie den nächsten Schluck ein, während Sie kommentieren „mehr trinken.“

 

„Bring es auf den Punkt!“
Das richtige Wort zur richtigen Zeit!

 

Immer dann, wenn Sie und Ihr Kind die Aufmerksamkeit auf einen gemeinsam wahrgenommenen Gegenstand oder eine gemeinsam wahrgenommene Situation gerichtet haben, ist die Aufnahmefähigkeit Ihres Kindes für neue Wörter besonders groß. Weil Kinder anfangs geteilte Aufmerksamkeit nur für Sekunden aufrechterhalten können, sollte das sprachliche Angebot entsprechend angepasst sein. Weniger ist also mehr! Wählen Sie ein Wort, das den Sachverhalt treffend beschreibt und sagen Sie es nach Möglichkeit genau in dem Moment, in dem Ihr Kind optimal aufmerksam ist, Machen Sie sich und Ihre Sprache für ihr Kind interessanter, indem Sie die Schlüsselwörter stärker betonen und mit der Sprachmelodie übertreiben.

Ein Beispiel: Ihr Kind beobachtet einen Vogel, gibt dabei einen zischenden Laut von sich und deutet ein Klatschen in die Hände an. Sie greifen die Äußerungen ihres Kindes auf und klatschen ebenfalls in die Hände. Dabei rufen Sie: „VVVoogeI“. Achten Sie genau auf die Reaktion Ihres Kindes: Vielleicht schaut es Sie kurz an und/oder es versucht vielleicht Sie nachzuahmen. Bekräftigen Sie jede Reaktion ihres Kindes, indem Sie wiederholen: „ein VVVoogel“. Bleibt dann die Aufmerksamkeit Ihres Kindes weiterhin auf den Vogel gerichtet, können Sie das Thema erweitern: „ Piiep, piep – der VVVoogel macht piep, piep“.

 

„Du bist dran!“
Lernen sich abzuwechseln

 

In jedem gemeinsamen Spiel und auch in jedem Gespräch muss man sich abwechseln. Einmal ich – einmal du: Diese Regel beherrschen viele Kinder mit Schwierigkeiten beim Sprechen lernen noch nicht. Aber gerade in dem Hin und Her zwischen zwei Partnern liegt der Schlüssel zum Gespräch. Helfen Sie Ihrem Kind dabei, seinen Beitrag zu leisten. Ermutigen Sie das passive oder schüchterne Kind zu einer Antwort, indem sie es erwartungsvoll anschauen, lange genug auf seinen Beitrag warten, vielleicht Hilfestellungen geben und vor allem jede Äußerung – auch Blicke zählen! – als vollwertigen Beitrag werten und Ihrerseits wieder beantworten. Das stürmische Kind mit eigenem Plan kann zu einem Gesprächspartner werden, wenn Sie sich in seine Beschäftigung einmischen und ihren Part einfordern.

 
Ein Beispiel:

Ihr Kind klopft mit dem Löffel auf den Tisch. Sie ahmen es nach und schauen Ihr Kind gespannt an. Vielleicht schaut ihr Kind Sie belustigt oder verwundert an. Sie beantworten diese Reaktion, indem Sie erneut klopfen und dann Ihrem Kind signalisieren, dass es jetzt dran ist. Dazu reicht es bei einigen Kindern, sie erwartungsvoll anzuschauen, anderen hilft die Aufforderung „jetzt du“. Einige Kinder unterstützt man anfangs, indem man ihnen die Hand führt. Bleiben Sie am Ball, solange ihr Kind Spaß hat, und fügen Sie Sprache (z.B. „ boing“) hinzu.

 

Quelle: Forum Logopädie Heft 1, Schulz-Kirchner-Verlag (20) Januar 2006 Seite 20-25 , Autorin: Delia Möller

 

 

Logopädische Praxis

Britta Ihmels

 

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